„Einer von vielen“ – Neonazi-Aussteiger erzählt Hilda-Schülern von seinem Leben

Am 04.02.19 besuchte der Aussteiger aus der nationalsozialistischen Szene nun das Hilda-Gymnasium und erzählte rd. 150 SchülerInnen der 10. Klasse sowie zwei Leistungskursen aus der MSS 12 (Sozialkunde und Geschichte) von den Fehlern seiner Vergangenheit. Mit teils derben Ausdrücken und einer unverblümten Darstellung seiner eigenen Erlebnisse gelang es dabei Bauer, den SchülerInnen die Gefahren und Gewaltexzesse dieser Szene anschaulich darzustellen. Zugleich wurden Inhalte, Symbole, rechtliche Hintergründe oder Rekrutierungsmechanismen der rechtsextremen Gruppierungen verdeutlicht. Die SchülerInnen zeigten sich hierbei oftmals fassungslos angesichts der Straftaten, von denen Bauer referierte.
 
Bauer schaffte den Ausstieg schlussendlich nur über einen Mitarbeiter der Organisation EXIT, welcher ihn im Gefängnis ansprach. Und genau für diese Organisation ist nun Bauer in ganz Deutschland unterwegs. So hält er vor allem Vorträge in Schulen, war aber auch immer wieder im Fernsehen – wie etwa den Talkshows von Markus Lanz oder Günther Jauch – ein gern gesehener Gast. Dass Bauer nach seinem Ausstieg aus dem rechten Untergrund mit unterschiedlichsten weiteren Konsequenzen – neben abgerissenen sozialen Kontakten, einem geheimen Wohnort und vor allem der Frage nach der Reue – leben muss, wurde auch deutlich. Gleichwohl bereue er diesen Schritt nicht.
 
Den SchülerInnen konnte schlussendlich illustrativ dargelegt werden, dass man mit jedem auch politisch andersdenkenden Menschen im Gespräch bleiben muss und sie darauf anzusprechen sind, wenn rechte Parolen oder Inhalte auftauchen.
 
Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung von der Stiftung „Für die Koblenzer Jugend“ der Sparkasse Koblenz und dem Land Rheinland-Pfalz. 

Zurück