Grenoble 1968-2018: Une ville sportive, der sportliche Schüleraustausch mit Zukunft

Koblenz und Grenoble haben viele Gemeinsamkeiten, beide Städte liegen im Dreieck von Gebirgsketten (in Grenoble: Chartreuse, Vercor, Belledonne), es gibt den Zusammenfluss von zwei Flüssen (Isère und Drac) und nicht zuletzt gibt es auch in Grenoble eine Seilbahn, die zu einer Festung führt (le téléphérique de la Bastille). All diese Sehenswürdigkeiten wurden von den fünfzehn Koblenzer Schülern erkundet. Im Regional-Museum der Dauphiné (musée dauphinois) ging es dann um den Sport: 50 Jahre Olympische Winterspiele in Grenoble. Während der Projektarbeit sollte eine Broschüre zur Rolle des Sports in Grenoble erstellt werden und insbesondere die Olympischen Winterspiele von 1968 können als ein Auslöser für die Sportbegeisterung gelten. Um einen möglichst breiten Einblick in die Stadtpolitik und die Sportlandschaft zu bekommen, wurden Stadtabgeordnete und Sportler interviewt. So entstand ein erstaunlich vielfältiges Panorama der Rolle des Sports in Grenoble. Dabei ging es z.B. um die Rolle des Sports in sozialen Brennpunkten, um die Situation der lokalen Rugbymannschaft (FCG), die mit dem Motto „force et fièrté“ an alte Erfolge anknüpfen will (l’équipe de  1992) und auch eine Frauen-Rugbymannschaft aufstellt. Den Schülern wurde so während der Projektarbeit immer bewusster, dass Sport nicht nur an seinem Leistungscharakter zu messen ist, sondern dass Teamgeist, Fairness und Spaß ebenso wichtig sind.

Diese Erkenntnisse sollten nun aber noch praktisch erprobt werden. Am Exkursionstag ging es in das Gebirge der Chartreuse auf den Col de Porte auf 1326 Metern. Bei einer Einführung in das Biathlon sollten die Schüler das Schießen mit dem Lasergewehr üben, um anschließend zu erkennen, dass der Biathlet nach der hohen körperlichen Anstrengung beim Skilaufen viel Konzentration für das Schießen aufbringen muss. Obwohl es sich um eine Einführung in das Sommer-Biathlon handelte, gab es ausreichend Wetterwechsel, so dass bei Graupelschauern das richtige Winter-Biathlon-Gefühl aufkommen konnte.

Es gab also genügend Gelegenheiten, damit die deutsch-französische Schülergruppe zusammenwachsen konnte. Für die deutschen Schüler gab es viele neue Erfahrungen wie das Internatsleben, die Mahlzeiten in der Kantine oder die Werkstätten der berufsbildenden Abteilung des Lycée Argouges. Die Austauschreise endete mit einem geselligen Abend bei Pizzaessen und spielerischen Aktivitäten.

Hätte es noch eines Beweises gebraucht, dass die beste Möglichkeit für das Französischlernen der Schüleraustausch ist, so wäre er 2018 in Grenoble eindeutig erbracht worden. Das Hilda-Gymnasium und das Lycée Argouges in Grenoble ergänzen sich gut und alle hoffen nach dieser zweiten Begegnung auf eine gute Zukunft des Austauschprogramms.

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