90 spannende Minuten französischer Jugendbuchliteratur

Ahmed Kalouaz veröffentlichte sein erstes Buch 1986, es folgten zahlreiche weitere Romane und Theaterstücke, die zum Teil mit Literaturpreisen ausgezeichnet wurden. In Deutschland erschien 2011 sein Jugendroman „Besser, sie halten mich für tot“, in dem es um einen dreizehnjährigen afrikanischen Jungen geht, der von einer Karriere als Fußballprofi träumt und dafür die Reise nach Europa antritt. Bei der Lesung am Hilda-Gymnasium ging es aber um ein neueres Buch von Ahmed Kalouaz, das noch nicht ins Deutsche übersetzt worden ist. Kalouaz erzählt darin von einem Jugendlichen, dessen Vater nicht mehr bei der Familie, sondern unter den Obdachlosen der Stadt Grenoble lebt.

Schon mehrfach hatte das Hilda-Gymnasium in den vergangenen Jahren französische Autoren begrüßt. Jährlich wird auf der Leipziger Buchmesse ein Buchpreis der deutschen Gymnasiasten für ein französisches Jugendbuch, der Prix des lycéens allemands vergeben. In Kooperation mit dem Institut français beteiligt sich das Hilda-Gymnasium an diesem Projekt, bei dem vier französische Jugendbücher gelesen werden. Bis hin zur Leipziger Buchmesse im März ist aber noch ein längerer Weg: Die Schüler des Hilda-Gymnasiums werden in einer Jury ihr favorisiertes Buch auswählen, anschließend werden sich alle Schüler aus Rheinland-Pfalz in Mainz auf einen Favoriten einigen.

Der Besuch von Ahmed Kalouaz bietet allen beteiligten Schülern eine Entscheidungshilfe bei ihrem Jugendbuchpreis. Und der Autor hat die Gelegenheit genutzt, die Schüler von seinem Buch zu überzeugen. In dem 90minütigen Gespräch in französischer Sprache gab Kalouaz einen interessanten Einblick in seine Arbeit als Autor.

Ob das Buch auch den Buchpreis erhalten soll, das muss von den beteiligten Schülern noch diskutiert werden. Das Interesse der Hilda-Schüler an dem Thema mag aber etwas größer sein als das ihrer Mitschüler von anderen Schulen, immerhin hat das Hilda-Gymnasium eine Partnerschule in Grenoble und viele Schüler kennen die erwähnten Schauplätze im Buch aus eigener Erfahrung.

 R. Schulte-Melchior, 5.11.2018

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