„Jung trifft Alt“ – lebendiger Austausch zwischen „Hilda-Schülern“ und Senioren des Wohnstift St. Martin bereitet beiden Seiten Freude

Solin ist eine von derzeit acht Schülern und Schülerinnen der 9. und 10. Klasse des Hilda-Gymnasiums in Koblenz, die im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft „Jung trifft Alt“ einmal pro Woche Bewohner des Stift St. Martin besuchen, das nur ca. 200m von der Schule entfernt ebenfalls in der Kurfürstenstraße liegt. Etwa eineinhalb Stunden nehmen sich die jungen Leute in der Woche Zeit, um einen generationenübergreifenden Austausch mit den Senioren zu pflegen, auch wenn nicht immer alle dabei sein können. „Was führt euch denn eigentlich hier her?“, fragte Johanna Welden-Wirth die Schülergruppe zu Beginn der Treffen Anfang dieses Schuljahres. „Ich denke, wir können hier nicht nur den älteren Menschen helfen, indem wir ihnen Gesellschaft leisten, mit ihnen reden, spazieren gehen, spielen und sie bei vielen Dingen unterstützen. Wir lernen hier auch Wichtiges für unser Leben“, sagt Solin. Und: „Wir sehen hier irgendwie auch unsere eigene Zukunft, denn wir werden ja schließlich alle einmal alt und sind dann auf Hilfe angewiesen! Da ist es gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die sich um einen kümmern.“ Das wollen die jungen Leute vom Hilda-Gymnasium, denen der Austausch mit den älteren Mitmenschen sichtlich Freude bereitet, auch weiterhin in möglichst vielfältiger Weise regelmäßig tun.

Schon im letzten Schuljahr gab es diese Begegnungen zwischen „Hilda-Schülern“ und den Senioren im Wohnstift St. Martin. Für die nächste Zeit sind verschiedene besondere Aktionen wie gemeinsames Musizieren und Singen, Plätzchenbacken im Advent und eine vorweihnachtliche Besinnung geplant. Und dann gibt es ja auch immer viel von früher und heute zu erzählen. So erfahren die Schüler z.B. etwas über die Heimat von Frau Welden-Wirth in Oberschlesien, aus der sie einige Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges als knapp 20-Jährige mit ihrer engsten Familie vertrieben wurde, und die schwere Zeit des Neuanfangs im Westen Deutschlands. Und die jungen Leute berichten von dem, was sie in der Schule und in ihrer Freizeit alles machen und lernen. „Das Wichtigste ist, dass wir uns begegnen und unterhalten“, sagt Johanna Welden-Wirth. „Viele Konflikte kommen von den Regierungen, aber es ist wichtig, die Menschen kennenzulernen. Dann sieht manches anders aus.“ Frau Welden-Wirth weiß, wovon sie spricht, sie hat in ihrem recht langen Leben schon vieles erfahren, von dem sie nun berichten kann. Auch in den nächsten Wochen …

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