Leonce und Lena (Lustspiel von G. Büchner)

Bezüglich der theatralen Umsetzung des Stückes musste allerdings „ein Tod gestorben werden“, wie der Hausregisseur K.D. Schmitt in einem Interview bekannte: Die zynische und arrogante Art, wie der Adel zur damaligen Zeit beispielsweise dann in Büchners „Bauernszene“ mit den Untergebenen umging, und zwar in besonderer Weise mit den Bauern, das gesamte bäuerliche Elend, was sicherlich gerade Büchner sehr berührt hat, wurde nicht thematisiert. Und das Ende? Siegt nun die Liebe? Na ja, das bleibt noch ein bisschen …. offen. Freigegeben zur Spekulation.

Worum es ging? 

Prinz Leonce vom Reiche Popo soll die Thronfolge seines Vaters antreten und sich dazu mit der Prinzessin des Reiches Pipi vermählen. Aber der junge Mann leidet. An einer Zivilisationskrankheit, würden wir heute sagen, deren Symptome an depressive Krankheitsbilder erinnern: Aufhebung des Interesses für die Außenwelt, Verlust der Liebesfähigkeit, Hemmung jeder Leistung. Er leidet an Melancholie. Also möchte er mit seinem neuen Kumpel Valerio dem Amt und der unbekannten Braut entfliehen. Nach einem ungewohnten Fußmarsch durch die Kleinstaaterei und einigen Gläsern Wein in einem Landgasthaus verliebt sich der Prinz so heftig in eine unbekannte, geheimnisvolle junge Dame, dass er sie umgehend ehelichen will. Derweil wartet der Hofstaat sehnsüchtig und bislang vergeblich auf die zu verheiratenden Königskinder. Was tun? Valerio verspricht dem Prinzen eine Lösung, gegen eine gute Belohnung versteht sich…

„Einige nette Ideen, zu wenig Witz“ kommentierte die Allgemeine Zeitung von 12. Februar die Inszenierung. Nicht so der DS-Kurs 11 vom Hilda-Gymnasium: „Eine super schöne Inszenierung“, „erschrocken von den Schauspielern neben mir im Zuschauerraum“, „interessant, aber ich hatte es mir etwas anders vorgestellt“, „Rosetta gekleidet wie eine Prinzessin und Lena wie eine von uns?“, „tolle schauspielerische Leistung des Leonce-Darstellers“, „das war mir zu viel Klamauk bei der Darstellung des Königs“, „hat sich gelohnt“, … waren einige der Kommentare der Schüler

Keine Frage, liebe Mainzer TheatermacherInnen, wir kommen wieder.


Ursula Hartmüller

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