Maskenworkshop mit der Arbeitsgemeinschaft Darstellendes Spiel

Dabei entdeckten die Schüler zunächst anhand gezielter Übungen sowohl die Ausdrucksfähigkeit des eigenen Körpers, als auch vor allem des eigenen Gesichts. Dieses wurde nicht zuletzt durch Grimassen, das Schneiden von Fratzen, den Ausdruck von Witz , Charme, Angst und mithilfe diverser Imaginationsmethoden der dadurch auch bewusst eingesetzten Gesichtsmuskulatur verändert. Kartoffel kauen und runterschlucken, Zitrone essen, Gesicht nach rechts oder links, nach oben oder unten schicken sind nur einige der Anregungen, die interessanteste Ausdrucksvarianten auf der Klassenraumbühne lediglich mithilfe des Gesichts ermöglichten. 
 
Überraschend und im Ergebnis sehr eindrucksvoll war in einem nächsten Schritt das Spielen mit Tonkarton und das Zeichnen eines Selbstporträts: Du schaust in den Tonkarton, bewegst ihn, spielst mit ihm und zeichnest das, was du siehst -  aber „ohne Hinschauen“, blindes Zeichnen sozusagen. Sehr reizvolle, verzerrte, fast schon maskenartige Gebilde waren da als Zeichenprodukte auf den Blättern zu erkennen.
 
Köperübungen, Lockerungsübungen. Partnerarbeit, Gruppenarbeit und viele weitere Elemente aus der Schatzkiste des Darstellendes Spiels prägten den weiteren Tag. Höhepunkt war die Annäherung an das Spiel mit der neutralen Gesichtsmaske: Vorsichtiges Herantasten mit Berühren des Objekts „Maske“, es bestaunen, auf ein Körperteil legen bildeten Teil 1 des Belebens der Maske. Der zweite Schritt, das Aufsetzen auf dem Gesicht ließ dann diese zauberhafte Atmosphäre entstehen, die in Begegnungen, beim Entwickeln kleiner Handlungen bis zu kleinen Szenen und zuletzt dem Bespielen von vorher eingerichteten Bühnenbildern   ihren mysteriös bis fast mystisch anmutenden Höhepunkt fand.
 
Befreiend für die Entwicklung solch schöner theatraler Erfahrungen und Produkte ist die Atmosphäre, die Guisa Tragni entstehen lässt. Es geht ihr nicht um Bewertung beim Arbeiten, es geht um das Zulassen und Fördern der Unterschiedlichkeit der Kinder und Jugendlichen , ihrer Impulse und Ideen, die dem Workshop-Tag   -  allerdings wohl wissend, was mit Bewertung gemeint ist … – auf der Skala von 1 – 10 fast alle die Bestpunktzahl 10 erteilten.
 
Ermöglicht wurde diese bezaubernde Erfahrung vor allem durch die Aktion KidS (Künstler in die Schulen) , die der Landesverband Theater in Schulen (LV.TS) organisiert und die von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur finanziert wird. Im Namen aller Beteiligten ein herzliches Dankeschön an die Verantwortlichen !                                        
 
Und mal schauen, wann das Verzaubern weiter geht …                                     
 
Ursula Hartmüller

Zurück