Mit Gutenberg deutsch-französische Grenzen überwinden

Der erste Austauschtag führte die Schüler in das Mainzer Gutenbergmuseum, in dem ein Atelier enluminures (Buchmalerei-Workshop) auf sie wartete. Schon in der Führung erhielten die Schüler viele Anregungen, denn sie sahen die bedeutenden B-42-Bibeln des Museums, die so genannt werden, weil sie 42 Zeilen je Druckseite aufweisen. Anschließend führten sie den traditionellen Druckvorgang durch. Im Workshop schlüpften die Schüler dann in die Rolle eines Illustrators der Gutenbergzeit, der die roten Schriftzüge und bunten Malereien in Handarbeit ergänzte. Für die französischen Schüler gab es viele Gelegenheiten zum Austausch und zum Kennenlernen der Gutenbergzeit. Der Freundschaftskreis Koblenz-Nevers hat diesen erlebnisreichen Tag im Gutenbergmuseum mit einer großzügigen finanziellen Unterstützung ermöglicht.

Das Wochenende verbrachten die Gastschüler in den Familien, einige beim Abschlussball der Tanzschule, andere beim Mountainbiken oder Wandern im Mittelrheintal. Das gemeinsame Bowlen am Sonntagabend ist bereits fester Bestandteil des Austauschprogramms und bietet vielfältige Gelegenheiten zum Kennenlernen.

Im Zentrum der Begegnung stand ein Atelier Karambolage (Karambolage-Workshop). In Anlehnung an die Arte-Sendung sollten die Schüler Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland suchen und diese erläutern. Auf vielfältige Art und Weise haben sie sich so mit ihren interkulturellen Erfahrungen beschäftigt und Unterschiede im Schulsystem, im Familienleben und Straßenverkehr erläutert. Zwischendurch sorgten Gruppenaktivitäten wie eine chasse aux signatures (Autogrammjagd) für Abwechslung.

Die Geschichte und Geschichten der Stadt Koblenz waren Gegenstand einer Stadtführung am Montag. Dabei wurden vor allem die vielfältigen Bezüge zwischen Koblenz und Frankreich erklärt: Die französische Verwandtschaft von Kurfürst Clemens Wenzeslaus, die vielen Emigranten der Französischen Revolution und auch die Inschrift an der Kastorsäule beeindruckten die französische Gruppe.

Am 29.3. reiste die französische Gruppe mit vielen guten Eindrücken und Erinnerungen ab. Alle freuen sich auf den Gegenbesuch in Bar-le-Duc im Mai, der hoffentlich bei gleich gutem Wetter stattfinden wird.

2.4.2017 Ralf Schulte-Melchior

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