Wo der Kaiser mit der Kutsche bis in die Loge fuhr ….

Und alte Geschichten hat das Theater zu erzählen. Maßgeblich durch Kaiser Wilhelm II. wurde das Neue Königliche Hoftheater initiiert und gefördert. Berühmte Architekten und keine geringeren Vorbilder als die Theater in Prag, Wien und Zürich prägten den Baustil des
heutigen Gebäudes: Neobarock. 1894 wurde das Theater unter Anwesenheit des Kaisers, der zu dem Zeitpunkt sicherlich in seiner bombastischen Loge saß, feierlich eröffnet.  Es überlebte Bühnenbrände, Anbauten, den Zweiten Weltkrieg (wenn auch nicht alles spurlos) und beeindruckt in besonderer Weise durch sein prunkvolles Foyer wie auch die Gestaltung des Großen Hauses.
 
Wir konnten Werkstätten wie den Malersaal, die Schlosserei oder auch die Requisite, wo gerade ein Esel ohne Kopf für Kehlmanns Stück „Till“ hergestellt wurde, erkunden, konnten einen Blick in den Probesaal des Balletts während der Probe werfen, wir haben die eigens für den Kaiser konstruierte, ebenfalls sehr prachtvolle Einfahrt, die über einen Treppeneingang zu seiner Loge führt, betreten und genossen den Blick auf den Zuschauerraum des Großen Hauses von der Loge des Kaisers aus, sozusagen aus Kaiser Wilhelms Perspektive.
 
Unsere „DS-Aktion zum Ende des Schuljahres“ endete mit einem sehr lustigen und interessanten Workshop bei dem Theaterpädagogen und Regisseur Dirk Schirdewahn mit Spiel mit Stäben, Entwicklung von Filmszenen und kleinen Inszenierungen dessen, was uns im Moment gerade beschäftigt. Wen wundert’s? Nicht selten ging es bei Letzterem um‘s Wetter, aber auch Klimawandel und unsere Zukunft – wenn auch spielerisch in abgespeckter Form.
 
Beim Stadtbummel danach war’s heiß und etwas anstrengender, aber der musste einfach sein. Schöne Bilder von vielen schönen Details dieses besonderen Gebäudes begleiteten uns auf der entspannenden Zugreise den Rhein entlang, heim nach Koblenz.
 
Ursula Hartmüller

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