Schüleraustausch mit Frankreich – eine Erfolgsgeschichte

Wo kann man besser seine Französischkenntnisse erproben und erweitern als in unserem französischen Nachbarland? Wie kann man besser authentische Einblicke in Kultur und Lebensgewohnheiten unserer französischen Nachbarn gewinnen als vor Ort?

Weil wir möglichst vielen Schülern unserer Schule diese einzigartige Erfahrung ermöglichen wollen, bieten wir nun schon seit etwa 30 Jahren einen Austausch mit zwei Schulen in unserer Partnerregion Burgund an. Jährlich nehmen zahlreiche Schüler der Klassenstufen 7-9 an unserem Programm teil. Unsere derzeitigen Partnerschulen sind das Collège Les Lentillères in Dijon und das Collège Paul Fort in Is-sur-Tille, einer Kleinstadt in der Nähe Dijons.

Während eines einwöchigen Aufenthaltes in einer französischen Gastfamilie können die Schülerinnen und Schüler am Alltag einer französischen Familie teilhaben, Unterricht an unseren französischen Partnerschulen miterleben und in einem vielseitigen kulturellen Programm Dijon und seine Umgebung kennen lernen. Nicht selten entwachsen aus diesen Begegnungen bleibende Kontakte zwischen deutschen und französischen Austauschschülern.

Da das Interesse an unserem Austauschprogramm mittlerweile die Kapazitäten unserer französischen Partnerschulen überschreitet, sind wir momentan dabei, einen weiteren Austausch mit einer dritten Schule in Bar-le-Duc, Lothringen, aufzubauen.

Unser Frankreichaustausch mit Dijon und Is-sur-Tille

Auch in diesem Jahr war das Interesse der Schüler, sich für den Austausch des Jahres 2006 anzumelden, ungebrochen. Leider musste vielen Interessenten abgesagt werden, da auf deutscher Seite weit mehr Anmeldungen vorhanden waren, als Austauschpartner in Frankreich zur Verfügung standen. Schließlich nahmen ca. 100 französische und deutsche Schüler an dem diesjährigen Austausch teil. Zuerst empfingen wir die französischen Gruppen aus Dijon und Is-sur-Tille, die uns vom 23. bis 30.März besuchten. Nach den guten Erfahrungen der letzten Jahre wurden viele Ateliers angeboten, die den Schülern wieder sehr viel Spaß bereiteten. Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft im eigenen Lande wurde ein Atelier Fußball angeboten, in dem es auch zu einer Begegnung Deutschland gegen Frankreich kam. Für weniger fußballinteressierte Schüler wurde das Sportangebot durch Tanz- und Akrobatik-Ateliers ergänzt. Um die französischen Schüler unsere Osterbräuche näher zu bringen, konnten die Schüler in einem Atelier Osterschmuck herstellen, kulinarische Besonderheiten wurden im Atelier Kochen erprobt. Nun wird auch bei zukünftigen französischen Grillfesten der deutsche Kartoffelsalat nicht fehlen.Weitere Programmpunkte des diesjährigen Austausches waren der Besuch der Festung Ehrenbreitstein, verbunden mit einem deutschen Frühstück in der Jugendherberge, die Durchführung einer Stadtrallye durch Koblenz, der Besuch des Stadttheaters und die Besichtigung der Königsbacher Brauerei. Der Besuch des ZDF in Mainz wurde besonders gut angenommen, auch die Führung durch die Stadt Mainz und der Besuch des Gutenberg-Museums stießen auf breite Zustimmung der Schüler. Wie gut der Austausch von beiden Seiten schließlich angenommen wurde, spiegelte sich in einem teilweise tränenreichen Abschied wider. Einigen „Austauschpaaren" fiel es offensichtlich schwer, sich nach dieser intensiven Woche der Begegnung zu verabschieden.

In Frankreich erwartete uns ebenfalls eine ereignisreiche Woche. So besichtigten die Schüler der Gruppe Dijon das Musée de la vie bourguignonne, besuchten die Firma Amora, die den berühmten Senf gleichen Namens produziert, durften das Marktgeschehen des Dijoner Wochenmarktes erleben, eine Dégustation des Pain d'épices machen und eine obligatorische Stadtrallye durch Dijon bestreiten. Leider waren in diesem Jahr keine sportlichen Aktivitäten seitens des Collège vorgesehen. Als Ausgleich initiierten die Schüler am Ufer des Lac Kir eine ausgiebige Wasserschlacht mit und gegen ihre französischen Austauschpartner. In Is-sur-Tille stellte man darüber hinaus selbst das berühmte Pain d'épices her und erkundete die Städte Is-sur-Tille und Dijon ebenfalls im Zuge einer Rallye.

Wie jedes Jahr trafen sich dann alle hundert Schüler zu einem gemeinsamen Tagesausflug, der uns über das französische Jura nach Besançon führte. Unterwegs wurden eine Käserei sowie die Salinen von Salins-les-Bains besichtigt. Höhepunkt dieser Exkursion war die Fahrt auf dem Doubs, der die Stadt Besançon umfließt, mit anschließender Freizeit in der Fußgängerzone Besançons. Leider verpassten wir durch unseren Tagesausflug das Eröffnungsspiel der Fußball-WM in Deutschland, waren aber dank moderner Kommunikationstechniken bei der Rückfahrt im Bus jederzeit über Handy über das aktuelle Spielgeschehen informiert. So hatten auch wir, unterstützt von unseren französischen Mitstreitern, unsere kleine persönliche „Fanmeile" im Bus.

Insgesamt war die große Mehrheit der beteiligten Schülerinnen und Schüler mit dem Austausch sehr zufrieden. In einem Punkt waren sich auch alle deutschen Schüler einig, Unterricht bis in den späten Nachmittag ist eine unangenehme Angelegenheit, um die sie ihre französischen Austauschpartner nicht beneiden.Am Tage der Abfahrt in Dijon und Is-sur- Tille flossen wiederum einige Tränen, so gut hatten sich viele Schülerinnen in ihren Gastfamilien eingelebt. Man ließ uns nicht gerne gehen und errichtete sogar eine Menschenkette, um uns am Abfahren zu hindern. Ein kleiner Trost für alle: Der nächste Austausch kommt bestimmt!

M. Kurz

25 Jahre Frankreichaustausch am Hilda-Gymnasium

Frankreichaustausch Jubiläum

Im Jubiläumsjahr des deutsch-französischen Austausches zwischen dem Hilda-Gymnasium und dem Collège Paul Fort in Is-sur-Tille verbrachten 38 Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe eine ereignisreiche Woche bei ihren französischen Gastfamilien in Burgund. Neben der Teilnahme am Unterricht standen diverse Ausflüge auf dem Programm. So besichtigte man in einer historischen Stadführung Dijon, die Hauptstadt Burgunds, und besuchte das weit über die Grenzen bekannte Hospice in Beaune. Besonders reizvoll erwiesen sich die kulinarischen Führungen in einer Käserei und einer Fabrik zur Herstellung des Cassis. Eine weitere Spezialität Dijons, das pain d’épice, stellten die Schüler in der Partnerschule selbst her und konnten ihr Produkt in entspannter Atmosphäre noch vor Ort testen. Die Austauschwoche endete mit einem feierlichen Empfang beim Bürgermeister der Stadt Is-sur-Tille.