Kanadaaustausch

Alle zwei Jahre haben ein bis zwei besonders leistungsbereite und sozial engagierte Schülerinnen oder Schüler die Möglichkeit, von der Fachkonferenz Englisch unserer Schule für den sog. "Trimesteraustausch mit British Columbia/Kanada" des Landes Rheinland-Pfalz vorgeschlagen zu werden. Hier sehen Sie einige Bildeindrücke unserer Hilda-Schüler Nils Kampmann und Lars Neuser, die 2012/13 erfolgreich am Kanada-Austausch teilgenommen haben.

Die westliche kanadische Provinz British Columbia mit der Hauptstadt Victoria, dem malerischen Vancouver Island, dem kanadischen „Napa Valley“ am Okanagansee, und Rheinland-Pfalz – zwei Länder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten - sind seit  Jahren „twinned“, das heißt Partnerländer.

Seit 25 Jahren besteht ein Austauschprogramm, das zum einen den Schüleraustausch umfasst, zum anderen auch ein zweiwöchiges Lehrerfortbildungs- und Austauschprogramm. Betreut und zum Teil finanziert wird das staatlich geförderte Schülerprogramm inzwischen von der British Columbia Heritage Languages Foundation (www.bchla.net). Die Kosten auf deutscher Seite, die von den Teilnehmern, getragen werden, belaufen sich auf ca. 1.600 Euro.

40-50 deutsche Schülerinnen und Schüler nehmen jährlich drei Monate lang am Schulunterricht teil, wohnen in Gastfamilien und sind ihrerseits hosts für kanadische Austauschpartner. Da der Austausch von Anfang an auf Gegenseitigkeit ausgerichtet war, sind in den vergangenen 25 Jahren auch über hundert kanadische Schülerinnen und Schüler in den Genuss gekommen, die deutsche Lebensweise, Kultur und das deutsche Schulsystem vor Ort kennen zu lernen. Aus diesen Kontakten ist eine Vielzahl von Freundschaften zwischen einzelnen Jugendlichen, aber auch häufig zwischen ganzen Familien entstanden. In einem Fall hat das Trimesterprogramm sogar zu einer transatlantischen Ehe geführt.

Steigende Kosten und ein nachlassendes Interesse an der deutschen Sprache in BC lassen in den letzten Jahren die Bewerberzahlen auf kanadischer Seite sinken, während das Interesse  bei den deutschen Jugendlichen stetig wächst, z. B. waren es im Jahr 2008 aus Rheinland-Pfalz 120 Schülerinnen und Schüler, denen auf kanadischer Seite 40 Bewerber entsprachen.

Unsere Schule darf alle zwei Jahre im Herbst zwei Bewerbervorschläge nach Mainz schicken, die dort geprüft werden. Die Kandidaten werden von der Englisch-Fachkonferenz des Hilda-Gymnasiums aus den Schülern und Schülerinnen der 10. Klasse ausgewählt. Ist die Bewerbung erfolgreich geht es am Anfang der 11. Klasse drei Monate nach Kanada.

Die Voraussetzungen sind:

  • sehr gute und gute Noten, nicht nur im Fach Englisch, sondern auch in den Kopfnoten
  • vorbildliches soziales Engagement und Betragen innerhalb und außerhalb der Schule
  • Interesse an schulischen und/oder außerschulischen Aktivitäten jeder Art, Hobbies wie Musik, Sport, Kunst, Politik, Jugendarbeit, Umweltschutz; auch Mitglied in kirchlichen Organisationen, Pfadfinderschaft
  • Gutachten und Empfehlungen der jeweiligen Lehrkräfte

Darauf hinzuweisen ist, dass nicht nur exzellente Noten eine Rolle spielen. Die kanadische Seite ist an „Rundumpersönlichkeiten“ interessiert, die gerne mit fremden Kulturen in Kontakt kommen möchten und sich in ein anderes Leben sowie Familienleben einfinden können. Normalerweise steht ein eigenes Zimmer zur Verfügung und sollte auch dem Gast zur Verfügung gestellt werden.  Schwierigkeiten können sich oft dadurch ergeben, dass in Kanada die Jugendschutzgesetze hinsichtlich Alkohol und Nikotin deutlich strenger, die Schulregeln strikter sind, oft auch eine Schuluniform verlangt wird.

An unserer Schule ist bei Teilnahme in der 11. Jahrgangsstufe der Eintritt in die Oberstufe  so geregelt, dass das erste Halbjahr der 11 „ohne Noten“ bleibt, so dass sich jeder Schüler/jede Schülerin wieder gut einfinden kann. Klassenarbeiten müssen jedoch mitgeschrieben und Leistungsnachweise erbracht werden. Somit beginnt die eigentliche Notengebung erst in der 11.2. Für unsere Schüler/Schülerinnen hat dies bis jetzt kein Problem dargestellt.

Die kanadischen Schüler, die oft kein Deutsch können, bekommen einen individuellen Stundenplan, der oft mit dem der 10. Klasse identisch ist, um sie so besser in Klassengemeinschaften zu integrieren. Aber auch hier können individuellen Wünschen Rechnung getragen werden. Der Gegenbesuch erfolgt Anfang März bis Mitte Mai, immer inklusive der Osterferien.

Infos:

Sarah Spier, Sebastian Schein

Europa Bildungsserver Rheinland-Pfalz: "Trimesteraustausch mit British Columbia." http://eu-int.bildung-rp.de/informationen-fuer-schuelerinnen-und-schueler.html